Ich habe schon oft gelesen, dass Chiang Mai eine, wenn nicht sogar die Stadt ist, wo sich die meisten digitalen Nomaden in der Hochsaison gerne aufhalten. Das war einer der Gründe, als es darum ging, aus Australien nach Thailand zu fliegen. Ich wusste nur noch nicht, in welche Stadt. Zu Beginn war es eher Zufall bzw. die Intention, Geld zu sparen, dass ich mir Chiang Mai aussuchte. Im Internet stand “Brisbane ist 139% teurer als Chiang Mai”. Wow! Das wollte ich mir selbst mal ansehen.

Warum zieht es die Digitalen Nomaden nach Chiang Mai?

1. Niedrige Lebenserhaltungskosten

Günstige Wohnung in Chiang Mai

Für ungerechnet ab circa 78 Euro pro Monat kannst du als Ausländer bereits in einem simplen Apartment in Chiang Mai wohnen. Siehe Beitrag “Meine 78 Euro/Monat Wohnung in Chiang Mai”

Kein Witz. Das ist die erste Wohnung (und einzige), die ich mir in Chiang Mai gemietet habe. Vorher habe ich auf YouTube recherchiert und ohne Thai Beziehungen scheint das die günstigste Wohnung zu sein, die man in Chiang Mai anmieten kann.

Und das beste: Das ist nur die günstigste Wohnung (die ich kenne), die man sich alleine mieten kann. Wenn man allgemein zu zweit oder als Nomaden Pärchen reist, kann man sich eine teurere Wohnung leisten. Oder als Gruppe eine ganze Villa und jeder Einzelne zahlt verhältnismäßig wenig.

Im ersten Monat habe ich in Hostels und Guesthouses gewohnt, da ich zwischendurch auch in die Nachbar Städte gereist bin. In meinem zweiten Monat in Thailand habe ich aber beschlossen, das Reisen erstmal zu stoppen und mir eine Routine aufzubauen. Durch die Ersparnis der Miete habe ich mir eine Mitgliedschaft für einen Monat im Punspace Coworking Space gekauft, damit ich jederzeit einen Raum habe, in den ich zum konzentrierten Arbeiten gehen kann.

 

Günstiges Essen

Veggie Burger in Chiang Mai

Da ich Vegetarierin bin, muss ich pro Mahlzeit für gewöhnlich mehr bezahlen. Unterwegs an den Straßenständen fällt es schwer, etwas ohne Fleisch zu bestellen.

Doch wenn man sich in der Ernährung nicht einschränkt, kann man extrem billig (von 15 Baht pro Omelett mit Reis bis 30 Baht für ein Thai Gericht mit Reis) durchfuttern.

Geht man in ein Restaurant, ist es im Vergleich zu Deutschland natürlich immer noch günstig. Wer westlich essen will, muss eventuell drauf zahlen: viele Lebensmittel werden nach Thailand importiert und wenn man im Supermarkt einkaufen gehen, kostet das Essen meist entweder genau so viel oder ist etwas teurer als im Heimatland.

Isst man aber wie ein Thai, spart man extrem an den Essens Kosten und es ist VIEL günstiger, hier zu essen.

2. Coworking Spaces

  • Punspace

Das Punspace Coworking Space ist, ungleich den meisten anderen Coworking Spaces der beste Arbeitsplatz, wenn man konzentriert an seinen Projekten arbeiten möchte. Während bei Coworking Spaces wie zum Beispiel dem CAMP auch gerne mal viel los und laut werden kann, herrscht im Punspace meist absolute Stille. Digitale Nomaden, die zusammen arbeiten, wechseln zwar das eine oder andere Wort miteinander, aber ansonsten ist es still.

Es bietet auch mehr Platz als das MANA und ist das einzige, das ich kenne, bei dem man eine monatliche/jährliche Mitgliedschaft abschließen kann.

Punspace – Filiale: Tha Phae Gate
Punspace Eingangstür digitale Nomanden in Chiang Mai

Punspace Tha Phae Gate Eingangstür

Der Großteil der Kundschaft im Punspace ist westlich. Der Raum ist angenehm kühl klimatisiert und es gibt im unteren Stockwerk ein Café für kurze Pausen. Will man ein richtiges Mittagessen genießen, sind viele gute Restaurants nur 3-5 Minuten Laufweg entfernt.

digitale Nomanden in Chiang Mai

Große Fläche und immer Ruhe – Punspace am Tha Phae Gate

Im Punspace gibt es den einen Raum mit Tischen und Stühlen, einer kleinen Küche, wo man sich gratis Kaffee und Wasser holen kann und einer Rezeption, wo man sich außerdem auch einen extra Monitor holen kann.

Gratis Bananen digitale Nomanden in Chiang Mai

Angenehme Überraschung an meinem Test Tag im Punspace: free bananas! wohoo

Punspace – Filiale: Nimman Road

In dem wohl beliebtesten Digitale Nomaden Viertel gibt es ebenfalls eine Punspace Filiale. Sie ist leider relativ klein und schnell belegt. Das heißt, man hat mittags schon keinen guten oder überhaupt keinen Platz mehr. Am besten morgens vor 9 Uhr oder abends nach 17 Uhr hin gehen und sich einen Platz sichern, bevor sie alle weg sind.

Ich persönlich habe mir gerne die Mühe gemacht, in die Tha Phae Gate Filiale zu gehen. Und zwar, obwohl mein Apartment viel näher an der Nimman Filiate lag. Irgendwie ist mir das größere Punspace symphatischer und hat mich mehr angezogen, dort zu arbeiten. Letztendlich blieb ich für fast 2 Monate da, um zu arbeiten.

Preise im Punspace
Preise Punspace Coworking Space digitale Nomanden in Chiang Mai

Preisliste des Punspace Coworking Space (!) ab Oktober 2017 werden die Preise übrigens erhöht

  • MANA Coworking Space
MANA Coworking Space digitale Nomanden in Chiang Mai

Eingang vom MANA Coworking Space – versteckt in einer kleinen Seitenstraße in der Nimman Road

Das MANA Coworking Space ist günstiger als zum Beispiel das Punspace. Du kannst es für 99 Baht für einen Tag testen und sehen, wie gut du dort arbeiten kannst. Wenn du keinen ganzen Tag brauchst, um dir sicher zu werden, gibt es auch für 19 Baht eine Stunde im Coworking Space. Für den Preis kriegst du auch immer kostenlos Tee und Wasser mit Eiswürfeln nachgeschenkt, sobald deine Tasse leer ist. Das Café gehört zwei Geschwistern.

Das MANA Coworking Space ist relativ schnell überfüllt, also empfiehlt es sich, morgens zu kommen, um sich garantiert einen Platz sichern zu können. Es ist nur ein kleiner Raum mit circa, lass mich schätzen, 15 Plätzen. Allerdings solltest du dich warm anziehen, bevor du dich einen ganzen Tag hinein setzt: der kleine Raum wird schnell ziemlich kalt.

Preise im MANA Coworking Space
MANA Coworking Space digitale Nomaden in Chiang Mai

Preisliste des MANA Coworking Space

  • CAMP Coworking and reading space (in der MAYA Mall)
CAMP Coworking Space in der MAYA Mall digitale Nomaden in Chiang Mai

CAMP Coworking Space – etwas verwüstet durch die vielen Schüler

CAMP Coworking Space in der MAYA Mall digitale Nomaden in Chiang Mai Innenansicht

CAMP Coworking Space von Innen

Das CAMP Coworking Space befindet sich im 5 Stock der MAYA Mall, gleich neben dem SFX Kino. Da es keine Gebühr auf die Anwesenheit in diesem Coworking Space gibt, ist es überlaufen mit Schülern und Studenten, die dort für ihre Prüfungen büffeln. Den einen oder anderen Digitalen Nomaden sieht man dort auch in der Menge der konzentriert arbeitenden Menschen.

Keine Anwesenheitsgebühr, doch auch kein free WiFi

Leider muss man sich im CAMP Coworking Space jede zwei Stunden etwas neues zu essen oder zu trinken kaufen. Wasser zählt nicht, denn erst ab 50 Baht Einkauf bekommt man ein WiFi Passwort.

Die erste Zeit lang habe ich dort nur mein Kindle E-Book gelesen. Dafür ist das CAMP klasse. Sich einfach rein setzen und ein Buch lesen oder sonst etwas tun, wozu man keine externe Internetverbindung braucht. Übrigens haben Kunden mit einem Mobilfunkvertrag von AIS einen kleinen Vorteil: die ersten 2 Stunden können sie das WiFi gratis nutzen.

Aber sobald man als Digitaler Nomade einen ganzen Arbeitstag von 8 Stunden im CAMP sitzt, muss er sich 4 mal für insgesamt über 200 Baht etwas kaufen. Da kommt zum Beispiel ein ganzer Tag im MANA Coworking Space mit 99 Baht pro Tag viel günstiger und Getränke gibt es immer nachgefüllt. Oder man geht ins Punspace (das im Monatsabo vergleichbar viel kostet) und hat seine Ruhe, unbegrenztes WiFi und manchmal sogar kostenlose Bananen! 😀

Man merkt vielleicht, dass mir das System von CAMP nicht besonders gefallen hat. Und das eine Getränk, das ich wollte, gab es nicht ohne Zucker. Stattdessen bekam ich einen kalten Lemon Tea, der sehr bitter schmeckte. (Ich habe in Thailand oft das Gefühl, dass das Essen und Trinken in kleinen, unscheinbaren Shops und Restaurants besser schmeckt als bei solchen Kaffeeketten). Und es gab nur To Go Plastik Becher…

CAMP Coworking Space in der MAYA Mall digitale Nomaden in Chiang Mai Getränk

Zwar mit symphatischem Spruch auf dem Getränk, doch Geschmack und Verpackung überzeugten mich nicht

Das CAMP ist definitiv mein schlechtestes Coworking Space Erlebnis in Chiang Mai, obwohl mir die Atmosphäre und das Lesen eines Buches dort gefällt. Schade drum, aber lesen kann ich schließlich auch überall.

  • Inoffizielle Coworking Spaces: Jedes andere Café mit WiFi (und Kaffee)

Die Cafés in Chiang Mai haben meist richtig gutes free WiFi und wenn du immer einen “Alibi” Fruchtshake oder Kaffee neben dir stehen hast, kannst du auch ruhig etwas länger mit deinem Laptop sitzen bleiben. Ich habe mich am Anfang nicht besonders wohl gefühlt, den Platz im Café dauerhaft besetzt zu halten, aber es hat sich noch kein Mitarbeiter negativ oder unfreundlich dazu geäußert. Vor allem gibt es in Chiang Mai so viele Cafés und Restaurants, dass ich noch nie einen Laden so voll gesehen hätte, dass ich jemandem den Platz “geklaut” hätte. Sollte das einmal passieren, kann man ja einfach das Café wechseln. Also trau dich ruhig, auch in einem normalen Café zu arbeiten. Es juckt die Café Betreiber oft weniger, als man denkt.

3. Veranstaltungen für digitale Nomaden in Chiang Mai

  • Chiang Mai Nomad Girls Weekly Lunch

Jeden Mittwoch treffen sich einige digitalen Nomadinnen um 12 Uhr im Free Bird Café. Dazu muss man Mitglied der Gruppe Chiang Mai Nomad Girls sein. Brook ist die Gastgeberin und veranstaltet die Treffen.

  • Nomad List — Chiang Mai Digital Nomads Meetup

Bei der Nomad List war ich noch nicht persönlich anwesend, kann dir also nicht beschreiben, was da genau passiert. Die Nomad List trifft sich allerdings in verschiedenen wichtigen Nomaden Städten und kommt ab und zu nach Chiang Mai. Hier habe ich dir die Veranstaltungen der Nomad List verlinkt: Veranstaltungen Nomad List

Mein Fazit

Da ich persönlich nach fast 3 Monaten sehr großes Heimweh habe und so dringend nach Deutschland zurück kehren möchte, ist mein Fazit ein wenig davon betrübt. Ich ging jeden Morgen nach meiner Morgenroutine erst in ein Restaurant und verbrachte danach meinen Tag mit Lesen und Arbeiten im Coworking Space.

Sehr viele westliche Zuwanderer lieben Chiang Mai, doch ich gehöre nicht unbedingt dazu. Das Punspace und mein Lieblingsrestaurant, das Peppermaint Guesthouse, werde ich sehr vermissen. Aber sonst könnte ich mir selbst nicht vorstellen, dort zu wohnen.

Viele digitale Nomaden fühlen sich hier allerdings so wohl, dass sie gerne hier arbeiten und leben. Ich denke, man muss persönlich herkommen und es ausprobieren. 😀 Lass dich von meinem Urteil nicht abschrecken, denn es ist subjektiv. Du solltest dir die Stadt mindestens ein mal ansehen. Viel Spaß!


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